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Gekaufte Freunde – Was bringen eigentlich bezahlte Fans?

In einem unserer Expertentalk-Beiträge sind wir ja bereits auf die Social Bots eingegangen. Das sind Automatismen, die im Auftrag von Usern oder eben auch Unternehmen Beiträge liken oder kommentieren. So erreichen sie eine gewisse Aufmerksamkeit und können gegebenenfalls neue Follower generieren. Das wird von Instagram allerdings nicht gern gesehen und macht auch so keinen besonders guten Eindruck. Heute gehen wir einem ähnlichen Phänomen nach, was sich besonders auf Facebook breit gemacht hat: Dem Fankauf 

 

It’s all about the money 

 

Gibt man den Suchbegriff „Fans kaufen Facebook“ bei Google ein, erhält man direkt passende Treffer, die bereits in ihrer Überschrift klar machen, wie viel denn so ein Fan kostet. 1.000 Fans für 18,95 Euro und 10.000 für 158,95 Euro. Klingt nach einem Deal, oder? Nicht ganz. Denn diese „tote Fanmasse“ schadet deiner Seite! 

Interaktion gleich null 

Nehmen wir mal an, ein Unternehmen hat 1.000 Fans gekauft, weil der Vorstand meinte, das sieht eben besser aus. Und der Wettbewerber liegt ja auch weiter vorn – rein an den Fanzahlen gemessen. Schwuppdiwupp, sind die 1.000 Fans auch schon da. Die meisten kommen von überall her, aber nicht aus Deutschland. Sie bekommen Geld dafür, dass sie diese Seite liken. Und das war es dann aber auch. Sie werden mit großer Sicherheit keine Beiträge liken, kommentieren oder teilen.  

Viele Anbieter argumentieren damit, dass eine höhere Fanzahl auch zu einer gewissen Eigendynamik der Seite führt. Das ist richtig. Aber das funktioniert nur, wenn diese Fans, sprich die Community, auch interagieren. Wie oben bereits beschrieben: Das kann man von den gekauften Fans aus Südamerika – oder woher auch immer – nicht erwarten. Denn dafür gibt’s kein Geld. Die Reichweite wird also nicht automatisch größer, je mehr Fans man hat. 

Nichtstun kann großen Schaden anrichten 

Stichwort: Edgerank – So wird oft der Algorithmus von Facebook genannt. Dieser Algorithmus bestimmt, welche Inhalte an welcher Stelle im Newsfeed angezeigt werden. [Anm.: In einem zukünftigen Beitrag hier im Blog werden wir nochmal genauer auf dieses Thema eingehen.] Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Einer davon ist die Interaktionsrate. Sprich: Habt ihr 5.000 Fans, aber nur 1.000 davon interagieren mit euren Beiträgen, weil der Rest gekauft ist, straft euch der Algorithmus ab – und rankt eure Beiträge ganz weit unten in den Newsfeeds eurer Fans.  

Zeit für ein Resümee. Auch wenn es angeblich 10.000 „echte Nutzer“ für 158,95 Euro sind – Echte Fans sind es noch lange nicht. Denn was motiviert Unternehmen, auf Facebook eine Seite zu betreiben? Geht es nur darum, mit Konkurrenzunternehmen in einen Wettbewerb zu treten à la „wer hat die meisten Fans“? Oder geht es darum, eine qualitativ hochwertige Community aufzubauen? Wohl eher letzteres. Eine Fangemeinschaft, die ehrliches Feedback zu den eigenen Produkten gibt und die man langfristig, durch permanente Pflege, an seine Marke binden kann, ist Gold wert. Überlegt es euch also gut, ob der Kauf von Fans eine so kluge Maßnahme ist. Von Tests ist definitiv abzuraten. Auch der Kauf kleiner „Test-Fanpakete“ kann euren Edgerank langfristig schaden. 

 

Quellen:  

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