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Familienmarketing am Beispiel des HUGODROMs

Eine Marketingstrategie kann nur funktionieren, wenn sie sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe orientiert – das weiß jedes Kind bzw. jeder Marketeer. So eine Zielgruppe sollte, laut dem Deutschen Institut für Marketing, aus möglichst homogenen Charakteren bestehen, also zum Beispiel aus Menschen mit ähnlichen demographischen Merkmalen (Alter, Geschlecht,…), sozioökonomischen Merkmalen (Bildungsstand, Beruf,…) oder psychografischen Merkmalen (Werte, Meinungen,…). Die haben nämlich in der Regel auch ähnliche Bedürfnisse und Interessen und kaufen dementsprechend wahrscheinlich auch ähnliche Produkte. 

 

Das klingt jetzt in der Theorie erst einmal ziemlich easy – ist es aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn ich eine Zielgruppe ansprechen möchte, die sich keinem einzigen der eben genannten Merkmale eindeutig zuordnen lässt. Bestes Beispiel: die Familie. Die erste Schwierigkeit für die Definition dieser Zielgruppe bildet (Vorsicht, Wortspiel) schon ihre Definition. Denn „die Familie“ gibt es ja überhaupt nicht (mehr). Da ich ganz klar für eine Gleichstellung aller Familienmodelle bin, möchte ich an dieser Stelle keines als „das klassische“ hervorheben und richte deshalb den Blick lieber ganz konkret auf meine eigene. Meine Familie, das sind zunächst mal mein Mann, unser Sohn und ich. Schon hier zeigt sich genau das, worauf ich hinausmöchte: Gleich alt? Ist keiner von uns. Das gleiche Geschlecht? Haben wir ebenfalls nicht alle. Niemand von uns dreien hat den gleichen Schulabschluss oder den gleichen Beruf. Und der gleichen Meinung sind wir auch längst nicht immer. Das wäre ja sonst auch ziemlich langweilig. Entsprechend liegen unsere jeweiligen Interessen teilweise meilenweit auseinander. Kurzum – für Firmen stellen wir als Zielgruppe eine ganz schöne Herausforderung dar.

 

Eine solche Firma ist zum Beispiel HUDORA, bei denen ich mit den Grammar 

&Typo-Mädels im Zuge des letzten Marketing-Clubabends zu Gast sein durfte. Okay, wenn ihr nicht gerade aus dem Bergischen Land kommt, klingelt’s da jetzt vielleicht nicht sofort. Aber ihr kennt doch sicher diese Trampoline, die zur Zeit gefühlt in jedem zweiten Garten wie riesige Pilze mit Sicherheitsnetz drum herum aus dem Boden sprießen. Schaut mal drauf, dann wisst ihr Bescheid ;) 

 

Das Remscheider Unternehmen produziert und verkauft jedoch nicht nur Trampoline, sondern die unterschiedlichsten Sport- und Freizeitprodukte – vom Bollerwagen über den Schlittschuh bis zur Yogamatte. Eine der wichtigsten Zielgruppen sind also Familien. Und um die zu erreichen, hat sich HUDORA unter anderem ein Merkmal zu Nutzen gemacht, das meine Familie wohl mit den meisten anderen verbindet: So verschieden wir als einzelne Charaktere auch sind, so gerne sind wir zusammen.

 

Deshalb hat HUDORA im Jahr 2017, direkt neben dem eigenen Laden, das HUGODROM eröffnet – einen Indoor Action Park. Dort können die Besucher auf 2.500qm nahezu das gesamte Produktsortiment ausprobieren. Es gibt zum Beispiel eine Kletterwand, eine Skatebahn, ein Fußball- und Basketballfeld sowie eine Kunsteisbahn zum Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen. Eintritt zahlen müssen nur Kinder bis 18 Jahre. Die Erwachsenen kommen umsonst rein und können sich dann aussuchen, ob sie lieber gemütlich in der „BewegBar“ Kaffee trinken oder gemeinsam mit den Kids sportlich aktiv werden wollen. Und wenn den kleinen oder großen Besuchern ein Produkt in Action besonders gefallen hat, können sie es sich, dank des zusätzlichen HUDORA-Shops im Ein- und Ausgangsbereich, gleich für zu Hause mitnehmen. Wie praktisch.

 

Dass Kundenerlebnisse wahnsinnig wertvoll für die Markenbindung sind, hatte ich ja schon im Zusammenhang mit Multisensorischem Marketing erläutert. Ich finde, im Hinblick auf die Zielgruppe ‚Familie‘ lässt sich das wohl kaum cleverer umsetzen. Was meint ihr? 

 

Quellen:

https://www.hudora.de/hugodrom/

https://www.marketinginstitut.biz/blog/zielgruppen-definieren/